Der neue „In Gold We Trust“-Report der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG ist da – und die Jubiläumsausgabe bringt es wieder einmal auf den Punkt. Nachfolgend erfahren Sie, warum man Gold schlicht und einfach haben muss.

Die mittlerweile weltweit bekannte Goldstudie wurde erstmals im Jahr 2007 veröffentlicht und erschien am gestrigen Mittwoch bereits zum 20. Mal. Herausgegeben wird der Report von der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG. Autoren sind die beiden Fondsmanager Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek. Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel „Back to the Monetary Future“ und umfasst in der vollständigen Version stolze 486 Seiten. Zusätzlich gibt es eine kompakte Kurzfassung mit 64 Seiten.

Die Studie gilt seit Jahren als Pflichtlektüre für Goldinvestoren und wurde vom Wall Street Journal einst sogar als „Goldstandard aller Goldstudien“ bezeichnet. Laut den Herausgebern wurde die letztjährige Ausgabe mehr als zwei Millionen Mal heruntergeladen oder geteilt. Im Mittelpunkt der Jubiläumsausgabe steht die These einer schleichenden Remonetarisierung des Goldes. Gemeint ist damit, dass Gold weltweit wieder stärker als monetärer Wertspeicher wahrgenommen wird. Die Autoren sehen das bestehende Fiat-Geldsystem zunehmend unter Druck. Hohe Schulden, geopolitische Spannungen und strukturell erhöhte Inflationsraten würden dazu führen, dass Gold wieder an strategischer Bedeutung gewinnt.

Warum Gold wieder wichtiger wird

Besonders spannend sind die sieben Kernaussagen des Reports. Dort argumentieren die Autoren zunächst, dass Gold seine monetäre Funktion Stück für Stück zurückerobert. Seit der ersten Ausgabe 2007 habe sich der Goldpreis mehr als verachtfacht. Vor allem in Phasen geopolitischer und fiskalischer Unsicherheit gewinne das Edelmetall als nicht-inflationierbarer Vermögenswert an Bedeutung.

Gleichzeitig werde der Status von Staatsanleihen als vermeintlich sichere Anlageklasse zunehmend infrage gestellt. Überschuldung, fiskalische Dominanz und anhaltender Inflationsdruck würden klassische 60/40-Portfolios aus Aktien und Anleihen belasten. Internationale Investoren müssten deshalb verstärkt über neue Diversifikationsstrategien nachdenken.

Ein weiteres zentrales Thema ist das Risiko einer langfristig höheren Inflation. Die Autoren gehen davon aus, dass Währungsabwertung und steigende Staatsverschuldung auch künftig für Inflationsschübe sorgen könnten. Gold werde dadurch zunehmend vom „Satellite-Investment“ zum strategischen Kerninvestment.

Darüber hinaus sehen die Autoren weiteres Potenzial bei Silber, Minenaktien, Rohstoffen und Bitcoin. Silber habe bereits zahlreiche neue Rekorde markiert, während der Minensektor trotz verbesserter Fundamentaldaten weiterhin nur einen kleinen Teil der globalen Aktienmarktkapitalisierung ausmache. Auch Bitcoin wird nicht als Konkurrent, sondern eher als ergänzender Baustein zu Gold betrachtet.

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Nächstes Goldpreisziel sorgt für Aufmerksamkeit

Besonders aufmerksam dürften viele Leser jedoch auf das nächste Goldpreisziel blicken. Das ursprünglich für 2030 prognostizierte konservative Ziel von 4.800 Dollar sei bereits 2026 erreicht worden. Nun rücke das inflationäre Szenario mit einem möglichen Goldpreis von 8.900 Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts stärker in den Fokus. Gleichzeitig warnen die Autoren aber ausdrücklich vor kurzfristigen Rückschlägen und erhöhter Volatilität.

Hohen Nutzwert bieten vor allem die zahlreichen Grafiken und historischen Vergleiche. Dies sind meine fünf persönlichen Lieblingsstatements aus der Studie, die über eine besonders hohe Aussagekraft verfügen:

• Der Zerfall des institutionellen Vertrauens – in Regierungen, Zentralbanken und das Fiat-Geldsystem selbst – ist zur zentralen Triebkraft des Goldpreises geworden.

• Die Zukunft des Geldes liegt in seiner Vergangenheit.

• Die Pointe ist so elegant wie unbequem: Wenn sich Gesellschaften nicht darauf einigen können, wer verlieren soll, übernimmt die Inflation diese Entscheidung – für alle.

• Bei der Aufstockung der Goldreserven gilt das Prinzip des deutschen Urlaubers auf Mallorca: Wer morgens um sechs sein Handtuch auf die Strandliege legt, liegt am Abend am besten.

• Gemäß Dow-Theorie befinden wir uns aktuell in der Mitte der Public-Participation-Phase, der längsten und dynamischsten Etappe eines Bullenmarktes.

Und hier noch zwei hochinteressante Grafiken:

Gold ist im Vergleich zu US-Aktien nach wie vor attraktiv bewertet
Incrementum AG
Gold ist im Vergleich zu US-Aktien nach wie vor attraktiv bewertet
Kaufkraftverlust: Für Dollar und Euro gibt es immer weniger Gold
Incrementum AG
Kaufkraftverlust: Für Dollar und Euro gibt es immer weniger Gold

Fazit: Unterm Strich liefert der neue „In Gold We Trust“-Report erneut einen extrem tiefgehenden Überblick über Gold, Inflation, Schuldenkrise, Rohstoffe und die Zukunft des Geldsystems. Für langfristig orientierte Anleger ist die Studie damit weit mehr als nur ein Marktkommentar. Sie ist eine hochinteressante Urlaubslektüre mit hohem Nutzwert – und höchstwahrscheinlich sogar geldwertem Vorteil.

Hier finden Sie noch mehr Infos zur Studie:

IGWT-Homepage, Incrementum AG und die Anmeldung zum Abo

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