Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) steckt tief in der Krise. Nach einem turbulenten Geschäftsjahr 2025 nähert sich der Aktienkurs der psychologisch wichtigen Marke von 3,00 Euro – eine Halbierung innerhalb nur eines Jahres. Der Rückzug aus dem US-Gewerbeimmobilienmarkt, der sich als kostspieliges und langwieriges Unterfangen erweist, belastet die Bilanz des Spezialfinanzierers massiv und zwingt die Konzernleitung zu drastischen Einschnitten bei der Gewinnbeteiligung der Aktionäre.

Die heute vorgestellten endgültigen Zahlen für das Jahr 2025 verdeutlichen das Ausmaß der Schieflage: Vor Steuern verbuchte die pbb einen Verlust von 250 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 104 Millionen Euro erzielt worden war. Netto fiel das Minus mit 284 Millionen Euro sogar noch deutlicher aus als von Analysten befürchtet. Besonders schmerzhaft für langjährige Anleger ist der komplette Ausfall der Dividende für 2025, womit die Bank ihren Status als verlässlicher Zahler seit dem Börsengang verliert. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr bleibt hinter den Markterwartungen zurück: Während Investoren mit einem Vorsteuergewinn von 100 Millionen Euro gerechnet hatten, stellt der Vorstand lediglich 30 bis 40 Millionen Euro in Aussicht.

Lichtblick beim Neugeschäft trotz strategischem Rückzug

Trotz der verheerenden Ertragslage lieferten die Quartalszahlen eine positive Überraschung im operativen Geschäft. Das Neugeschäft wuchs entgegen dem Branchentrend um 24 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro an. Dies gelang der Pfandbriefbank, obwohl sie bei der Kreditvergabe deutlich selektiver agiert und das Neugeschäft in den USA bereits vollständig eingestellt hat. Dennoch verzögern die Belastungen aus dem US-Portfolio die langfristigen Ziele: Die angestrebte Eigenkapitalrendite wird laut Management nun erst im Jahr 2028 erreicht werden können, was die Geduld der Marktteilnehmer weiter auf die Probe stellt.

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Deutsche Pfandbriefbank (WKN: 801900)

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist der US-Gewerbeimmobilienmarkt so problematisch für die pbb?

Seit der Pandemie leiden Büroimmobilien in den USA unter hohen Leerständen und sinkenden Bewertungen, was bei der Pfandbriefbank zu massiven Wertberichtigungen und einem teuren strategischen Rückzug geführt hat.

Wann können Aktionäre wieder mit einer Dividende der Pfandbriefbank rechnen?

Nach der Streichung für das Jahr 2025 hängt eine künftige Ausschüttung maßgeblich davon ab, ob die Bank im Jahr 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone schafft und die Kapitalpuffer stabil bleiben.

Ist die Aktie bei einem Kurs von 3,00 Euro jetzt ein günstiger Einstieg?

Trotz einer optisch niedrigen Bewertung warnen Analysten vor einem „Fallen Knife“, da die charttechnische Abwärtsspirale und die ungelösten Probleme im Kerngeschäft das Risiko weiterer Verluste hochhalten.